Drucktechniken

Erläuterung zu den verschiedenen Drucktechniken

Grundsätzlich sind drei Drucktechniken zu unterscheiden:

Hochdruck, Tiefdruck und Flachdruck

Beim Holzschnitt, der ebenso wie der Linolschnitt, eine Hochdrucktechnik ist, schneidet der Künstler die nicht druckenden Teile aus der Oberfläche einer vorbereiteten ein bis mehrere Zentimeter starken Holzplatte heraus. Das so entstandene Druckrelief wird mit einer Walze eingefärbt. Nun wird Papier auf den Holzstock gepresst, wobei die hochstehenden, druckenden Teile die Farbe auf das Papier übertragen. Wie bei allen originalgraphischen Drucktechniken muss bei Mehrfarbendrucken für jede Farbe eine eigene Druckplatte angefertigt werden.  

 

Beim Tiefdruck befindet sich die Farbe in Vertiefungen im Druckstock. Sie muss also vom Papier während des Druckvorgangs herausgesogen werden. In den Druckstock, in der Regel eine Kupferplatte, werden auf vielfältige Weise Vertiefungen eingegraben. Hier gibt es verschiedene Techniken:   

 

Kupferstich: Hier werden mit einem Stichel kleine Gräben ausgehoben, eine heute kaum mehr gebräuchliche Technik.   

 

Radierung: Hier werden die Vertiefungen in der Platte nicht mechanisch sondern chemisch erzeugt. Die Platte wird mit einem Asphaltgrund bedeckt. Der Künstler ritzt das darzustellende Motiv in diese Schicht ein und legt dadurch die Metallplatte an diesen Stellen frei. Beim anschließenden Ätzen frisst die Säure Vertiefungen in die ungeschützten Stellen der Metallplatte, welche später beim Druckvorgang die Farbe wie in Taschen und Gräben aufnehmen.             

 

Kaltnadelradierung: Hierbei wird die Zeichnung nicht eingeätzt wie bei der Radierung, sondern mit einer Metall- oder Edelsteinspitze eingeritzt. Eine Besonderheit ist hier das Entstehen von Graten an der Seite der Linien, da das Metall an den Rand der Einritzung geschoben wird. Diese Grate nutzen sich beim Drucken schnell ab.   

 

Aquatinta: Die polierte Kupferplatte wird im Staubkasten gleichmäßig mit Kolophonium- oder Asphaltpulver bestäubt, welches anschließend aufgeschmolzen wird. Nun werden die nicht zu ätzenden Teile mit Asphaltlack abgedeckt. Beim Ätzen dringt Säure um die Staubkörner herum auf die Platte und schafft die Vertiefungen für die Druckfarbe. Beim Druck entsteht hierdurch der Eindruck von flächigem Farbauftrag.    

 

Nachdem der Kupferplatte auf die verschiedenen Weisen Vertiefungen beigebracht wurden, wird sie vollständig eingefärbt und danach poliert. Die in den Vertiefungen verbleibende Farbe wird an das mit hohem Druck auf die Platte gepresste angefeuchtete Papier abgegeben. Der hierbei entstehende Plattenrand ist ein auffallendes Kennzeichen der Tiefdrucktechniken.     

 

Im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen Techniken wird bei der Lithographie, der heute bedeutendsten graphischen Drucktechnik, nicht von einem zuvor geschaffenen Relief gedruckt. Dieses Prinzip des Flachdruckes beruht auf der Fähigkeit feinporiger Kalksteinplatten sowohl Fett wie Wasser aufzusaugen, sowie auf dem Prinzip der gegenseitigen Abstoßung von Wasser und fettiger Farbe.    

 

Der Künstler zeichnet sein Motiv mit fetthaltiger Tusche oder Kreide auf eine ca. 10 cm dicke Solnhofer Kalksteinplatte. Eine Mischung aus schwacher Salpetersäure, Wasser und Gummiarabikum wird auf den Stein aufgetragen und bewirkt einerseits das Eindringen des Fettanteils der Lithofarbe in den Stein, andererseits schließt das Gummiarabikum die offenen ungeschützten Steinporen und sorgt mit seiner guten Quellfähigkeit für eine leichte Wasseraufnahme und Farbabstoßung dieser Stellen. Nach sorgfältiger Reinigung des Steins wird nun mit einer Walze Farbe aufgetragen, welche nur an den fetthaltigen Stellen haftet. Beim abschließenden Druck wird der auf dem Stein liegende Papierbogen mit Druck unter der Reiberkante der Reiberpresse hindurch gefahren. Natürlich ist auch hier für jede Farbe eine separate Platte notwendig.  


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